Die Römischen Verträge von 1957 schufen eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die durch Beseitigung von Handelshemmnissen dem Frieden in Europa dienen sollte. Bereits 1969 planten die Mitgliedstaaten der EWG eine Wirtschafts- und Währungsunion und 1972 taten sie mit dem Europäischen Währungsverbund den ersten Schritt: Die Emanzipation der Europäer von den USA, deren Währung 1971 durch Inflation ins Trudeln geraten war.
Der Weg zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) wurde dann 1992 im Vertrag von Maastricht festgeschrieben. Die Umsetzung setzte vor allem die Konvergenz der Wirtschafts- und Währungspolitik der betreffenden Länder voraus mit dem Ziel der Preisstabilität und Begrenzung der Budgetdefizite sowie die Gründung einer Europäischen Zentralbank für die geldpolitische Überwachung und Steuerung des neuen Währungsraums und die unwiderrufliche Festlegung der Wechselkurse.
1999 traten elf Mitgliedstaaten, die die finanzpolitischen und monetären Konvergenzkriterien erfüllten, in die Endstufe der WWU ein und schufen eine einheitliche Währung, den Euro – zunächst jedoch nur als Buchgeld. Im Jahr 2001 ist Griechenland dieser sogenannten »Eurozone« als zwölftes Mitglied beigetreten.
Seit dem 01.01.2002 ist der Euro als Bargeld in den zwölf teilnehmenden Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien) im Umlauf. Zum 01.01.2007 führte die Republik Slowenien den Euro als Bargeld ein. Zum 01.01.2008 folgten Malta und Zypern, am 01.01.2009 die Slowakei und am 01.01.2011 erhöhte Estland die Eurozone auf nunmehr siebzehn teilnehmende Mitglieder. Damit haben gut 331 Millionen Europäer den Euro in ihren Taschen.
Den Euro trifft man jedoch auch außerhalb der Euro-Teilnehmerstaaten an. Eine Reihe anderer Länder und Territorialgebiete, in denen bisher französische Franc, portugiesische Escudo oder etwas italienische Lire zirkulierten, führten 2002 den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Für den Urlaub in Guadeloupe oder Martinique muss deshalb künftig kein Geld mehr getauscht werden. Der Euro ist gültiges Zahlungsmittel in San Marino, Vatikanstadt und Monaco. Diese drei Länder dürfen eigene Euro-Münzen prägen, mit jeweils nationaler Rückseite, die auch bei uns in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel sind.
In den vergangenen zwei Jahren vergrößerte sich die Zahl der Mitglieder in der Europäischen Union von 15 auf 27. Die Aufnahme in die Europäische Union ist für die Beitrittsländer allerdings nicht automatisch mit der Einführung des Euro verbunden. Neue Mitgliedstaaten müssen sich zunächst dem revidierten Europäischen Währungssystem (EWS II) anschließen. Dazu gehört u.a., dass ihre Währungen nur in einer bestimmten Spanne (±15%) zum festgesetzten Euro-Leitkurs schwanken dürfen. Für einen Beitritt zur Eurozone und damit für die Einführung des Euro muss außerdem jedes Land die im Maastricht-Vertrag festgelegten Konvergenzkriterien hinsichtlich Inflation, langfristigen Zinsniveaus, Haushaltsdefizits und Wechselkursstabilität erfüllen. Da im Rahmen der Konvergenzkriterien auch eine zweijährige abwertungsfreie Teilnahme am EWS vorgeschrieben ist, ist die Einführung des Euro in neuen EU-Mitgliedstaaten theoretisch frühestens zwei Jahre nach deren EU-Beitritt möglich.
Die Euro-Banknoten sind im gesamten Währungsraum einheitlich, auf ihnen werden charakteristische Architekturelemente aus unterschiedlichen Epochen europäischer Kulturgeschichte abgebildet. Die Vorderseiten der Banknoten zeigen verschiedene Fenster und Portale als Symbol der Offenheit und Zusammenarbeit in der EU. Auf der Rückseite sind jeweils Brücken als Symbol der Verbindung zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und der restlichen Welt abgebildet. Durch die verschiedene Größen und Kontrastfarben der Scheine sind die Nennwerte gut erkennbar. Die Noten gibt es mit den Nominalen 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro. Die eingearbeiteten Sicherheitsmerkmale wie beispielsweise Wasserzeichen, Hologramm und Sicherheitsfaden vereinfachen das Erkennen echter Banknoten und erschweren das Fälschen.
Die Münzen sind nur auf einer Seite einheitlich gestaltet, auf der anderen Seite zeigen sie etwas Landestypisches.
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2012 | ^