Indikatoren zum Thema »Gesundheit, Soziales, Rechtspflege«

Aussage

Der Indikator gibt Hinweise auf den Pflegebedarf von Personen unterschiedlicher Altersgruppen, kann aber auch für die Bevölkerungen unterschiedlicher regionaler Einheiten berechnet werden.

Das Angebot von und die Nachfrage nach pflegerischer Versorgung sowie die langfristige Finanzierbarkeit des Systems sind relevante Aspekte bezüglich der Pflege, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen und gesellschaftlichen Wandels.

Schaubild: Pflegequote in Baden-Württemberg 2009 nach Altersgruppen und Geschlecht

Ergebnisse

Von den 246 038 pflegebedürftigen Menschen in Baden-Württemberg waren 2009 über zwei Drittel älter als 75 Jahre. Dies verdeutlicht das zunehmende Risiko der Pflegebedürftigkeit mit dem Alter. Über alle Altersgruppen lag die Pflegequote – also die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu sein – bei 2,3 %. Bei den 75- bis unter 80-Jährigen betrug die Pflegequote bereits 7,8 %, stieg bei den 85- bis unter 90-Jährigen auf 32,3 % und weiter auf 49,7 % bei den über 90-Jährigen.

Zwei Drittel der Pflegebedürftigen waren Frauen. Wegen ihrer höheren Lebenserwartung sind Frauen in den pflegeintensiven höheren Jahrgängen zunehmend überproportional vertreten. Unabhängig davon weisen Frauen aber auch eine höhere Pflegewahrscheinlichkeit auf als Männer. Dies könnte damit zusammen hängen, dass Frauen nach dem Tod des meist älteren Partners häufig alleine leben und deshalb im Falle ihrer eigenen Pflegebedürftigkeit stärker auf professionelle Pflege angewiesen sind als Männer, die im Bedarfsfall vielfach von ihrer jüngeren Partnerin gepflegt werden. In Zukunft ist mit einem Anstieg der Pflegezahlen zu rechnen, begründet durch die veränderte Altersstruktur der Gesellschaft und den überproportionalen Anstieg der Zahl der älteren Menschen durch den demografischen Wandel. Die Änderung der Haushalts- und Familienstrukturen kann zudem dazu führen, dass ältere Menschen künftig weniger Unterstützungsleistungen aus dem unmittelbaren Familienkreis erwarten können und damit die Zahl der stationär Pflegebedürftigen verstärkt zunimmt. Mit dem demografischen Wandel stellt sich auch die Frage nach der Finanzierung des Pflegesystems. Im Ländervergleich leben in Baden-Württemberg relativ wenige Pflegebedürftige.

Definition / Berechnung
Pflegebedürftige nach Altersgruppen und Geschlecht / (Einwohner nach Altersgruppen und Geschlecht / 1000)
Als Pflegebedürftige gelten Personen, die entsprechend dem Pflegeversicherungsgesetz in die Pflegestufen 1, 2 oder 3 (in Ausnahmefällen auch Pflegestufe 0) eingruppiert sind und die Leistungen (Pflegegeld, ambulante Pflegeleistungen oder Unterbringung in stationären Einrichtungen) erhalten.
Datenquelle
Pflegestatistik
Mögliche regionale Gliederung
Kreis, Land
Periodizität
2-jährlich
Nächste Aktualisierung
Januar 2013
Pflegebedürftige und Pflegequoten in Baden-Württemberg 2009 nach Altersgruppen und Geschlecht
Alter von … bis unter … JahrenInsgesamtMännerFrauen
Anzahlje 1.000 EW1)Anzahlje 1.000 EW1)Anzahlje 1.000 EW1)

1) Einwohner der jeweiligen Altersgruppe.

60–657.08913,03.80914,13.28011,9
65–7012.18120,56.28121,85.90019,2
70–7521.49136,910.30437,811.18736,1
75–8030.00878,012.18271,817.82682,8
80–8547.133163,414.197130,132.936183,6
85–9055.271323,011.703244,643.568353,5
90 und älter36.015496,75.966311,630.049563,2

19.04.2011 14:52:04


© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2011 | ^