Die »Agenda 21« ist ein umfangreiches weltweites Aktionsprogramm für eine umweltverträgliche, nachhaltige Entwicklung. Sie wurde von mehr als 170 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro verabschiedet. Den Kommunen kommt bei der Umsetzung der Agenda 21 eine entscheidende Rolle zu, da viele Probleme und Lösungsansätze, die in der Agenda 21 behandelt werden, auf lokaler Ebene wirksam werden. Jede Kommune soll gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Gruppen eine »Lokale Agenda 21« aufstellen und umsetzen, denn nachhaltige Entwicklung umfasst die gesamte soziale, ökologische und ökonomische Dimension. Viele Ziele der Agenda 21 können nur vor Ort erreicht werden. Um den Kommunen die Arbeit im Rahmen der Lokalen Agenda 21 zu erleichtern, entwickelte das Agenda-Büro ein System von kommunalen Nachhaltigkeitsindikatoren und stellt hierfür Informations- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung.
Im »Leitfaden - Indikatoren für die LOKALE AGENDA 21 (2000)« wurde dieses einheitliche, aber dennoch flexibel an die spezifischen Verhältnisse anpassbare System zur Bearbeitung veröffentlicht. Der Leitfaden ist kostenlos abrufbar; ebenso ein Muster-Nachhaltigkeitsbericht auf CD-Rom. Das Indikatorensystem des Leitfadens besteht aus 24 Kernindikatoren, welche in vier Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung (Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft/Soziales, Partizipation) zusammengefasst wurden. Weitere Ergänzungsindikatoren wurden für die Schwerpunkte »Ökologie« (»Arbeitsmaterialie 36«) und Wirtschaft/Soziales (»Arbeitsmaterialie 44«) erstellt .
Bei einem großen Teil der Indikatoren dient das Landesinformationssystem (LIS) des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg als Datenquelle. Aus der Struktur- und Regionaldatenbank des Statistischen Landesamtes verfügbare Indikatoren können als Tabelle sowohl für jede Kommune als auch für den Landeswert abgerufen werden. Zu weiteren Indikatoren, deren Daten nicht beim Statistischen Landesamt verfügbar sind wird, soweit bekannt, eine andere Datenquelle genannt bzw. verlinkt.
Nach den ersten Erfahrungen in den Kommunen zeigte sich, dass für bestimmte Schwerpunktbereiche vertiefende Indikatoren benötigt werden. Für soziale Themen wie Bevölkerung, Siedlungsstruktur, Arbeit, Bildung und Ausbildung sowie Lokale Ökonomie dienen 20 weitere Indikatoren zur Erweiterung der Kernindikatoren (Arbeitsmaterialie 44). Damit sind die Nachhaltigkeits-Dimensionen Wirtschaft und Soziales vertiefend abgedeckt.
Auch für den Bereich »Ökologie« liegen zu den bisher im Leitfaden aufgelisteten möglichen Indikatoren mittlerweile 18 »Kommunale Umwelt-Indikatoren« (Arbeitsmaterialie 36) als Ergänzung vor.
© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2011 | ^