:: 4/2017

Pressemitteilung 4/2017

Stuttgart,

Südwestindustrie im November 2016: Auftragsminus von 1,3 Prozent zum Vormonat

Im bisherigen Jahresverlauf 2016 jedoch Auftragsplus von 1,8 Prozent

Nachdem die Nachfrage nach Industrieprodukten aus Baden‑Württemberg seit der Jahresmitte 2016 wieder an Fahrt gewann, erhielt sie aktuell einen Dämpfer. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes gingen die preisbereinigten Auftragseingänge der Südwestindustrie im November 2016 saison- und arbeitstäglich bereinigt zum Vormonat Oktober zurück (−1,3 Prozent). Weniger Aufträge gab es dabei sowohl von den Inlandskunden (−0,5 Prozent) als auch aus dem Auslandsgeschäft (−1,7 Prozent). Bezogen auf die Absatzrichtung des Auslandsgeschäfts ging die Nachfrage aus der Eurozone (−1,8 Prozent) und auch aus dem übrigen Ausland zurück (−1,9 Prozent).

Im Vorjahresvergleich erhielt die Südwestindustrie im November 2016 preis- und arbeitstäglich bereinigt den vierten Monat in Folge mehr Aufträge (8,0 Prozent). Dabei zogen die Bestellungen aus dem Inland spürbar an (5,2 Prozent). Noch stärker fiel der Orderanstieg im Auslandsgeschäft mit einem kräftigen Plus von 9,8 Prozent aus. Impulse kamen hier aus der Eurozone (6,4 Prozent) und insbesondere aus dem übrigen Ausland (11,4 Prozent). Insgesamt scheint die Nachfrageentwicklung der Südwestindustrie gefestigt. Die über Monate tendenziell in einer konjunkturellen Seitwärtsbewegung verharrende Binnennachfrage zeigt sich stabil aufwärtsgerichtet. Die lange Zeit rückläufige Auslandsnachfrage nimmt erkennbar Fahrt auf. Ein Teil der aktuellen Dynamik dürfte allerdings auch der schlechten Vorjahresverfassung geschuldet sein.

Im Zeitraum Januar bis November 2016 verbuchte die Südwestindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preis- und arbeitstäglich bereinigt ein Auftragsplus von 1,8 Prozent. Dabei entsprach der Auftragszuwachs aus dem Inland (1,7 Prozent) in etwa dem mit den Auslandskunden (1,8 Prozent). Hier stand dem Orderanstieg aus der Eurozone (4,7 Prozent) ein moderater Zuwachs aus dem übrigen Ausland gegenüber (0,7 Prozent). Einen spürbaren Auftragszuwachs erzielten im bisherigen Jahresverlauf insbesondere die Konsumgüterproduzenten (3,4 Prozent). Das Auftragsplus der Investitionsgüterproduzenten (1,8 Prozent) entsprach dem der Südwestindustrie insgesamt. Die Vorleistungsgüterproduzenten erreichten ein verhaltenes Plus (1,2 Prozent).

Im Zeitraum Januar bis November 2016 verlief die Auftragsentwicklung in den bedeutenden Industriebranchen im Land recht uneinheitlich. Bedingt durch einen Sondereffekt zum Jahresanfang verzeichnete die »Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen« noch immer ein ungewöhnlich hohes Auftragsplus. Hier stiegen die Ordereingänge im Vergleich zum Vorjahr preis- und arbeitstäglich bereinigt um 12,1 Prozent. Einen deutlichen Auftragszuwachs konnte auch die »Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen« (4,7 Prozent) verbuchen. Ein spürbares Auftragsplus gab es gleichfalls noch in der »Herstellung von elektrischen Ausrüstungen« (2,7 Prozent) und in der »Herstellung von Metallerzeugnissen« (2,5 Prozent). Der »Maschinenbau« erzielte einen moderaten Zuwachs (1,0 Prozent), während die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« (0,2 Prozent) knapp über Vorjahresniveau lag. Weniger Aufträge gingen hingegen ein in der »Herstellung von chemischen Erzeugnissen« (−1,9 Prozent) und in der »Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus« (−2,6 Prozent). Die kräftigsten Auftragseinbußen gab es in der »Metallerzeugung und –bearbeitung« (−3,1 Prozent).

Schaubild 1: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexwerte
Schaubild 1: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Indexwerte
Schaubild 2: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Veränderungsraten gegenüber Vorjahresmonat
Schaubild 2: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe – Veränderungsraten gegenüber Vorjahresmonat
Tabelle 1
Auftragseingangsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im November 2016
Indexstand: 2010 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent
November 2016Januar–November 2016
gegenüber
Oktober 2016November 2015Vorjahreszeitraum
Original­werte saison- und arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)Original­werte arbeits­täglich bereinigt1)

1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1.

2) Ausgewählte Wirtschaftszweige.

Datenquelle: Monatsbericht für Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden.

 Verarbeitendes Gewerbe2)+2,2−1,3+7,9+8,0+1,8+1,8
 Inland+4,9−0,5+5,2+5,2+1,7+1,7
 Ausland+0,5−1,7+9,8+9,8+1,8+1,8
 Eurozone−5,4−1,8+6,3+6,4+4,7+4,7
 Nicht-Eurozone+3,1−1,9+11,3+11,4+0,7+0,7
 Vorleistungsgüterproduzenten+5,9−2,0+0,9+1,0+1,2+1,2
 Inland+2,8−1,8+1,8+1,8+0,5+0,5
 Ausland+10,2−1,8−0,1−0,2+2,1+2,1
 Eurozone+6,5+0,9+3,7+3,7+0,9+0,8
 Nicht-Eurozone+12,8−3,4−2,6−2,7+3,0+3,0
 Investitionsgüterproduzenten+1,2−1,3+10,8+10,9+1,8+1,8
 Inland+5,7+0,1+7,5+7,7+2,6+2,6
 Ausland−0,9−1,7+12,4+12,6+1,5+1,5
 Eurozone−9,1−3,2+6,8+6,9+6,1+6,1
 Nicht-Eurozone+2,1−1,6+14,6+14,7+0,1+0,1
 Konsumgüterproduzenten−0,8+1,0+6,8+6,9+3,4+3,4
 Inland+9,7+0,9+3,5+3,6+0,9+0,9
 Ausland−7,5+0,7+9,4+9,5+5,1+5,1
 Eurozone−4,9+2,8+9,7+9,8+5,6+5,6
 Nicht-Eurozone−9,7−0,1+8,9+9,0+4,8+4,8
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus+11,5+2,8+3,4+3,4−2,6−2,6
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen+4,4−2,0−2,1−2,2−1,9−1,9
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen−3,9−1,4+3,2+3,2+12,1+12,1
24Metallerzeugung und -bearbeitung−12,3−12,9−9,2−9,3−3,1−3,1
25Herstellung von Metallerzeugnissen+5,4+0,4+1,2+1,2+2,5+2,5
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen+8,9+0,2+4,3+4,3+4,7+4,7
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen+10,7−2,4+0,9+0,9+2,7+2,7
28Maschinenbau+1,0−1,8+4,8+4,8+1,0+1,0
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−0,9−1,3+17,8+17,9+0,1+0,2