:: 10/2017

Pressemitteilung 10/2017

Stuttgart,

Auf einen Blick: Baden‑Württemberg zum Jahreswechsel 2016/2017

16 Themen auf rund 40 Seiten zur Wirtschafts- und Sozialentwicklung im Südwesten jetzt als Broschüre

Zum Jahreswechsel hat das Statistische Landesamt Baden‑Württemberg die wichtigsten Kennzahlen zur Entwicklung des Landes in der Broschüre »Wirtschafts- und Sozialentwicklung 2016/2017« zusammengefasst. Die Broschüre im A4-Format hat rund 40 Seiten und enthält zahlreiche farbige Schaubilder. Dabei werden die Perspektiven der Wirtschaft im Südwesten sowie Themen aus den Bereichen Bevölkerung, Familie, Umwelt, Bildung oder die Preisentwicklung, das Handwerk und die Exporte des Landes kurz und knapp dargestellt. Diese Angaben ergänzen die Pressemitteilung »Wirtschaftsentwicklung in Baden‑Württemberg«, die das Statistische Landesamt am 19. Dezember 2016 veröffentlicht hat.

Baden‑Württembergs Wirtschaft geht mit Rückenwind ins europäische Superwahljahr. Nach bisherigem Berechnungsstand dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2016 1 1/2 Prozent höher liegen als im Vorjahr. Die Unsicherheit nach dem Brexit und der Trump-Wahl werden die Wirtschaft auch noch im Jahr 2017 beschäftigen, allerdings sollten sich die jetzt abzeichnenden politischen Weichenstellungen wahrscheinlich eher positiv auf die Südwestwirtschaft auswirken. Daher gehen wir von einem realen BIP-Wachstum in Höhe von 1 3/4 Prozent für 2017 aus, welches somit nach jetzigem Stand etwas über den bundesdeutschen Prognosen liegt.

Die baden‑württembergische Bevölkerung wuchs 2015 um 163 000 Personen gegenüber dem Vorjahr und erreichte mit knapp 10,9 Millionen Einwohnern damit einen neuen Höchststand. Maßgeblich ist dieser Zuwachs auf den höchsten Wanderungsgewinn seit 1990 zurückzuführen, der den negativen Geburtensaldo ausglich. Das Gros kam aus dem Ausland nach Baden‑Württemberg, während der Zuzug aus anderen Bundesländern kaum ins Gewicht fiel. Durch die Zuwanderung an Flüchtlingen haben sich die Migrationsanteile zwischen den Kontinenten verschoben. Zwar macht der Zuzug aus Europa immer noch knapp die Hälfte aus, jedoch hat sich der Anteil Asiens auf rund 40 Prozent erhöht.

Der Südwesten bleibt für Touristen sehr attraktiv. So dürften die Übernachtungen 2016 erstmals die 52 Millionen-Marke überschritten haben. Doch im Gegensatz zu den Vorjahren sorgten nun die Inlandsgäste für den neuen Übernachtungsrekord, während der Boom bei Auslandsgästen gebremst wurde. Besonders stark war der Rückgang von Gästen aus Russland und aus dem asiatischen Raum. Weiterhin als Reiseland gefragt ist »Baden‑Württemberg« bei den vier wichtigsten Herkunftsländern Schweiz, Niederlande, Frankreich und USA, deren Buchungsplus den Rückgang aus anderen Ländern ausgeglichen hat. Innerhalb des Landes verzeichneten die Schwäbische Alb und Bodensee‑Oberschwaben die größten Zuwächse bei den Gästeübernachtungen.

Im Bundesländervergleich wies auch 2015 die Quote der Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe eine hohe Spannbreite auf. So lag diese in Berlin bei 19,4 Prozent, während in Bayern nur 5,2 Prozent der Gesamtbevölkerung die soziale Mindestsicherung bezog. Baden‑Württemberg verzeichnete im bundesdeutschen Vergleich mit 6,0 Prozent die zweitniedrigste Quote. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Harz-IV-Empfängerinnen und -Empfänger trotz der guten konjunkturellen Lage um 1,4 Prozent – dies entspricht 6 027 Personen. Leistungen aus der Grundsicherung beziehen landesweit 99 446 Personen, von denen der größte Teil sich bereits im Rentenalter befindet.