Stuttgart, 8. Februar 2010Nr. 35/2010

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5,46 Millionen Baden-Württembergerinnen können Weiberfastnacht feiern

In 730 Gemeinden leben mehr Frauen als Männer

Dieser Tage erreicht das närrische Treiben im Land wieder viele Höhepunkte, besonders mit der Weiberfastnacht am kommenden Donnerstag. Rein rechnerisch müssten sich allerdings nach einer Auswertung des Statistischen Landesamtes manche Männer zwei Krawatten umhängen, damit jede Frau beim Brauch des Krawattenabschneidens auch zum Zuge kommt.

Denn von den 10,75 Mill. Menschen im Land sind nach Feststellung der Statistiker mehr als die Hälfte weiblich (5,46 Mill. Frauen oder 50,8 Prozent, die Zahl der Männer beträgt 5,29 Mill.). Allerdings ist die Verteilung über die Altersjahre recht unterschiedlich: Besonders in den höheren Jahrgängen ist ein deutlicher Frauenüberschuss zu erkennen (siehe Grafik). In der Generation 60 plus leben derzeit mit 1,45 Mill. knapp 300 000 mehr Frauen als Männer (1,15 Mill.) im Ländle. Weniger Probleme, ausreichend Krawattenträger während der Weiberfastnacht zu finden, hat die Generation der 18- bis 59-Jährigen: Hier liegt der Anteil der Frauen knapp unter 50 Prozent (3,07 Mill. Frauen gegenüber 3,14 Mill. Männer). Bei den unter 18-Jährigen beträgt der Anteil der Frauen knapp 49 Prozent.

In 730 der insgesamt 1 102 Gemeinden Baden-Württembergs leben mehr Frauen als Männer. Allen voran steht – als regionale Besonderheit – die Gemeinde Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis). Das dortige Nonnenkloster führt zu einem hohen Frauenanteil von 64 Prozent. Rund 55 Prozent der Bevölkerung sind in den Gemeinden Seekirch (Landkreis Biberach) und Wald (Landkreis Sigmaringen) weiblich. In Wald befindet sich das private Mädchengymnasium »Kloster Wald«. Die Ordensschwestern bzw. die Schülerinnen ab 18 Jahre, die ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet haben, schlagen hier zu Buche. Häufig liegt der Frauenanteil in den Gemeinden nur geringfügig höher als der der Männer (um 51 Prozent).

Weniger Frauen als Männer (44 Prozent) leben in der Gemeinde Heimsheim (Enzkreis), was auf die dortige Justizvollzugsanstalt für Männer zurückgeführt werden kann. Mit einem Frauenanteil an den Einwohnern mit jeweils 45 Prozent weisen ebenfalls die Gemeinden Altshausen (Landkreis Ravensburg) und Unterwaichingen (Alb-Donau-Kreis) einen »Männerüberschuss« auf.

In nahezu allen Gemeinden Baden-Württembergs leben mehr 60-jährige und ältere Frauen als Männer gleichen Alters, was unter anderem durch die höhere Lebenserwartung der Frauen bedingt ist, aber gerade in den höheren Altersgruppen auch durch die starken Verluste der Männer im Zweiten Weltkrieg. Unter 60 Jahre hat dagegen nur noch jede fünfte Gemeinde mehr weibliche als männliche Einwohner.

Schaubild: Alterspyramide der Bevölkerung Baden-Württembergs 2008

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