Stuttgart, 18. April 2011Nr. 121/2011

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Landtagswahl 2011: Wahlbeteiligung der Jungwähler steigt stark

Brenner: Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik - Fast jeder dritte Baden-Württemberger zwischen 35 und 59 Jahren hat die GRÜNEN gewählt

Nach dem endgültigen Ergebnis der Wahl zum 15. Landtag von Baden-Württemberg am 27. März 2011 erlitt die CDU deutliche Verluste von 5,2 Prozentpunkten. Mit 39,0 Prozent der gültigen Wählerstimmen verzeichneten die Christdemokraten ihr zweitschlechtestes Ergebnis bei einer Wahl zum baden-württembergischen Landtag. Einen erheblichen Stimmenrückgang hatte auch die FDP hinzunehmen, auf deren Konto 5,3 Prozent der gültigen Wählerstimmen gingen. Damit hat sich das Ergebnis der Liberalen gegenüber 2006 halbiert. Die SPD hatte abermals Stimmenverluste zu verkraften. Nachdem die Sozialdemokraten 2006 mit 25,2 Prozent ihr bislang zweitniedrigstes Ergebnis hatten hinnehmen müssen, kam die SPD bei der Landtagswahl 2011 mit einem Minus von 2,1 Prozentpunkten auf nun 23,1 Prozent der gültigen Stimmen und erzielte damit ihr historisch schlechtestes Resultat bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg. Die GRÜNEN hingegen konnten ihr Ergebnis von 2006 mehr als verdoppeln. Mit einem Plus von 12,5 Prozentpunkten verbuchten sie 24,2 Prozent der gültigen Wählerstimmen und damit ihr mit Abstand bestes Ergebnis seit 1980, als die Partei erstmals bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg antrat. Nachdem die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2006 ihren historischen Tiefststand erreicht hatte, ist die Beteiligungsquote erstmals seit 1988 wieder gestiegen. Mit 66,3 % lag die Wahlbeteiligung um 12,9 Prozentpunkte über der Marke von 2006 (53,4 %).

Neben den endgültigen Wahlergebnissen ist jedoch auch das Wahlverhalten der Bevölkerung von großem Interesse. Informationen hierzu liefert die Repräsentative Wahlstatistik, die Daten über die Wahlberechtigten, die Wahlbeteiligung, die Stimmabgabe sowie über die Zusammensetzung der Wählerschaft nach Geschlecht und Altersgruppen bereitstellt. Die repräsentative Wahlstatistik spiegelt – im Unterschied zu den Befragungen der Wahlforschungsinstitute – das tatsächliche Wahlverhalten wider. Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse.

Weniger jungen Wahlberechtigten steht eine zunehmende Zahl älterer gegenüber

Durch die demografische Alterung hat sich die Altersstruktur der Wahlberechtigten1) in Baden-Württemberg seit 1980 erheblich verschoben: Die Zahl der älteren Wahlberechtigten hat sich beträchtlich erhöht, die der jüngeren ist dagegen rückläufig. Bei der Landtagswahl 1980 war noch knapp jeder dritte Wahlberechtigte unter 35 Jahre alt (30,0 Prozent) und jeder vierte Wahlberechtigte 60 Jahre oder älter (gut 25 Prozent). Bei der Landtagswahl 2011 war bereits fast jeder dritte Wahlberechtigte im Seniorenalter (31,8 Prozent), nicht einmal mehr jeder Vierte war jünger als 35 Jahre (23,1 Prozent). Das politische Einflusspotenzial der älteren Wahlberechtigten hat sich demnach gegenüber 1980 rein quantitativ betrachtet spürbar erhöht, das der jungen Generation hat sich erkennbar reduziert.

Die jungen Baden-Württemberger »verschenken« durch geringere Wahlbeteiligung politisches Einflusspotenzial

Die Möglichkeiten der jüngeren Baden-Württemberger, durch Teilnahme an Wahlen Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen, sind nicht nur durch die abnehmende Zahl der jüngeren Wahlberechtigten im Land reduziert, sondern auch durch die vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung der jungen Generation. So blieb die Wahlbeteiligung2) der jüngeren Wahlberechtigten bei der Landtagswahl 2011 deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 66,3 Prozent. Lediglich 49,1 Prozent der unter 35-jährigen Wahlberechtigten machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, von den 60-Jährigen und älteren gingen dagegen 69,9 Prozent zur Wahl. Somit war bei der Landtagswahl 2011 ein gutes Drittel der Wählerschaft (35,6 Prozent) 60 Jahre oder älter, nur 18,1 Prozent waren unter 35 Jahre alt. Gegenüber der Landtagswahl 2006 hat sich der Anteil der jüngeren Baden-Württemberger an der Wählerschaft jedoch wieder vergrößert.

Je älter die Baden-Württemberger, desto höher die Wahlbeteiligung

Wie bei vorangegangenen Parlamentswahlen auch, kann für die Wahl zum 15. Landtag von Baden-Württemberg eine mit zunehmendem Alter steigende Wahlbeteiligung festgestellt werden. Die niedrigste Wahlbeteiligung war bei der Landtagswahl 2011 bei den 25- bis 29-Jährigen zu beobachten. Von dieser Altersgruppe beteiligten sich 46,5 Prozent am Urnengang, womit die Wahlbeteiligung dieser Gruppe um nahezu 20 Prozentpunkte unter dem Landesschnitt liegt. Demgegenüber fiel die Wahlbeteiligung der Jungwähler von 18 bis 20 Jahren mit 56,4 Prozent fast 10 Prozentpunkte höher aus. Von den Wahlberechtigten zwischen 30 und 34 Jahren ging jeder Zweite zur Wahl (50,0 Prozent), bei den 50- bis 59-Jährigen lag die Teilnahmequote mit 67,3 Prozent bereits über dem Landeswert. Die höchste Wahlbeteiligung hatten – wie auch bei früheren Wahlen – die 60- bis 69-Jährigen mit 74,1 Prozent. Bei den 70-jährigen und älteren Wahlberechtigten ging der Wahleifer wieder deutlich bis auf das Niveau der 50- bis 59-jährigen zurück (67,3 Prozent).

Männer nach wie vor mit höherer Wahlbeteiligung als Frauen

Die Wahlbeteiligung der Frauen lag – wie bei allen bisherigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg – auch bei der Landtagswahl 2011 unter der der Männer. Dies resultiert daraus, dass die unter 30-jährigen und die 50-jährigen und älteren Frauen seltener wählen gehen als die Männer dieser Altersgruppen. Ein besonders großer Vorsprung der Männer ist bei den 70-Jährigen und Älteren zu beobachten: Hier machten bei der Landtagswahl 2011 74,4 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch, jedoch nur 62,3 Prozent der Wählerinnen. Als Gründe hierfür nennt die Wahlforschung zunehmende Gebrechlichkeit hochbetagter Frauen und eine damit einhergehende soziale Isolierung und zurückgehendes Interesse an Politik. Da es deutlich mehr hochbetagte Frauen als Männer gibt, schlägt sich dieses Phänomen bei den Frauen zahlenmäßig entsprechend stärker nieder.

Bemerkenswert bei der Landtagswahl 2011 ist jedoch, dass Frauen ihre männlichen Altersgenossen in Sachen Wahlbeteiligung in sämtlichen Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren mittlerweile überholt haben, wenn auch der Abstand teilweise gering ist. Noch bei der Landtagswahl 2006 lagen die Frauen lediglich in der Gruppe der 35- bis 39-Jährigen knapp vorne. Bei der Landtagswahl 2011 gingen von den Wählerinnen zwischen 30 und 49 Jahren 60,1 Prozent zur Wahl, bei den Männern waren es nur 59,3 Prozent. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung der Frauen bei 61,4 Prozent, die der Männer bei 63,7 Prozent. Damit hat sich der geschlechterspezifische Unterschied in der Wahlbeteiligung bereits zum vierten Mal in Folge bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg auf nun 2,3 Prozentpunkte verringert. Bei der Landtagswahl 1992 fiel die Wahlbeteiligung der Wähler um gut 4 Prozentpunkte höher aus als die der Wählerinnen, bei der Landtagswahl 2006 waren es noch knapp 3 Prozentpunkte.

Steigende Wahlbeteiligung in allen Bevölkerungsgruppen

Der starke Anstieg der Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl 2011 gegenüber der Landtagswahl 2006 ist bei Männern und Frauen zu beobachten und spiegelt sich in allen Altersklassen wider. Bei den unter 25-Jährigen war allerdings ein besonders hoher Anstieg von 15,4 Prozentpunkten zu verzeichnen. Bei den 45- bis 59-Jährigen lag die Zunahme mit 13,6 Prozentpunkten ebenfalls spürbar über dem landesweiten Plus von 12,9 Prozentpunkten. Am geringsten (9,6 Prozentpunkte) fiel der Anstieg bei den 60 Jahre und älteren Wählern aus – allerdings zeichnet sich diese Gruppe traditionell auch durch die mit Abstand höchste Wahlbeteiligung aus. Am stärksten zugelegt haben die Jungwählerinnen zwischen 18 und 20 Jahren: Ihre Teilnahmequote an der Landtagswahl 2011 fiel um 16,3 Prozentpunkte höher aus als noch vor 5 Jahren.

CDU mit Stimmenverlusten in allen Altersgruppen

Nach den Ergebnissen der Repräsentativen Wahlstatistik beruhen die Stimmenverluste der CDU bei der Landtagswahl 2011 ganz besonders auf der Wahlentscheidung der 18- bis 24-jährigen sowie der 45- bis 59-jährigen Wähler3): In diesen beiden Altersgruppen hatten die Christdemokraten prozentual betrachtet überdurchschnittlich hohe Stimmenrückgänge (– 5,8 bzw. – 6,6 Prozentpunkte). Am wenigsten verloren haben die Christdemokraten bei den 35- bis 44-jährigen Wählern (– 3,3 Prozentpunkte). Wie bereits bei der Landtagswahl 2006 war die CDU auch am 27. März 2011 bei den Senioren besonders erfolgreich: Knapp die Hälfte (49,8 Prozent) der 60-Jährigen und Älteren machten ihr Kreuz bei den Christdemokraten, die 70 Jahre und Älteren4) sogar zu 54,6 Prozent. In allen anderen Altersgruppen, also bei den Wählern unter 60 Jahren, blieb die CDU bisweilen deutlich unter ihrem Landesdurchschnitt. Der geringste Rückhalt für die Union konnte mit nur 30,5 Prozent bei den 18 – 24-jährigen Jungwählern festgestellt werden. Wie bereits bei der Landtagswahl 2006 wurde die CDU etwas häufiger von Frauen (39,3 Prozent) als von Männern (38,7 Prozent) gewählt. Dennoch hatte die Union ihre stärksten Verluste bei Frauen zwischen 45 und 59 Jahren hinzunehmen (– 7,5 Prozentpunkte).


Fast jeder dritte im Land zwischen 35 und 59 Jahren wählte die GRÜNEN

Die GRÜNEN verzeichneten bei der Landtagswahl 2011 nicht nur als einzige im Landtag vertretene Partei prozentuale Stimmengewinne – sie konnten mit einem Plus von 12,5 Prozentpunkten sogar die SPD als zweitstärkste Kraft im Land ablösen. Mit Ausnahme der über 60-jährigen Wähler konnten die GRÜNEN in allen Altersgruppen im zweistelligen Bereich zulegen. Die höchsten Stimmengewinne erzielten die GRÜNEN bei den 45- bis 59-jährigen Wählern mit einem Plus von 18,5 Prozentpunkten. In allen Altersgruppen unter 60 Jahren erzielten die GRÜNEN überdurchschnittliche Wahlergebnisse. Besonders stark war der Rückhalt der bei den 35- bis 59-Jährigen: Von allen Wählern dieser Altersgruppe entschieden sich 31,9 Prozent für die GRÜNEN, unter den Wählerinnen waren es noch mehr: Mehr als jede dritte Baden-Württembergerin zwischen 35 und 59 Jahren (34,5 Prozent) hat die GRÜNEN gewählt. Am wenigsten Erfolg war den GRÜNEN hingegen bei den 70-jährigen und älteren Baden-Württembergern beschieden. Von den Männern dieses Alters wählten nur 9,0 Prozent die GRÜNEN. Wie bereits bei der Landtagswahl 2006 schnitten die GRÜNEN auch bei der Landtagswahl 2011 bei Frauen (26,1 Prozent) besser ab als bei Männern (22,2 Prozent).

SPD erlebt stärkste Einbußen bei den 35- bis 44-jährigen Wählerinnen

Die Sozialdemokraten mussten bei allen Wählern unter 60 Jahren überdurchschnittliche Stimmenrückgänge hinnehmen. Nur bei den Seniorinnen und Senioren im Alter von 60 und mehr Jahren konnte die SPD leichte Stimmengewinne von 0,6 Prozentpunkten verbuchen. Bei den Frauen verzeichnete die SPD stärkere Einbußen in der Wählergunst als bei den Männern: Am stärksten bei den 35- bis 44-Jährigen. In dieser Wählergruppe wurde mit einem Minus von 10,2 Prozentpunkten der höchste Stimmenrückgang für die Sozialdemokraten gemessen. Bei den Wählerinnen im Alter von 35 bis 44 Jahren hatte die SPD mit lediglich 18,2 Prozent auch insgesamt den geringsten Rückhalt. Die größte Unterstützung für die Sozialdemokraten kam mit einem Stimmenanteil von 26,8 Prozent aus dem Lager der 70-jährigen und älteren männlichen Baden-Württemberger. Insgesamt wurden die SPD etwas häufiger von Männern (23,4 Prozent) als von Frauen (22,9 Prozent) gewählt.

FDP verliert besonders stark bei 25- bis 34-jährigen Männern

Die Stimmenverluste der FDP bei der Landtagswahl 2011 sind auf die Wahlentscheidung der Wählerinnen und Wähler aller Altersklassen zurückzuführen. Besonders hoch fallen die Verluste bei den 25- bis 34-jährigen Wählern aus (–7,0 Prozentpunkte). Betrachtet man nur die Männer dieser Gruppe, so liegt der Rückgang in der Wählergunst sogar bei 7,9 Prozentpunkten. Dies ist gleichzeitig die Wählergruppe, bei der die FDP bei der Wahl vor 5 Jahren mit einem Plus von 5 Prozentpunkten am stärksten zulegen konnte. Insgesamt schnitt die FDP bei Frauen (4,8 Prozent) schlechter ab als bei Männern (5,8 Prozent). So ist es auch eine weibliche Wählergruppe, in der die Liberalen ihren geringsten Rückhalt fanden. Nur 3,8 Prozent der Wählerinnen unter 25 Jahren gaben der FDP ihre Stimme. Am besten konnte die FDP dagegen bei den 60- bis 69-jährigen Männern punkten, von denen sich 6,9 Prozent für die Liberalen entschieden.


Wer hat die LINKE und die PIRATEN gewählt?

Von den sonstigen Parteien konnten sowohl die LINKE als auch die PIRATEN Ergebnisse von über 2 Prozent für sich verbuchen. Dabei konnte die LINKE deutlich stärker bei Männern (3,4 Prozent) als bei Frauen (2,3 Prozent) punkten. Die größte Unterstützung kam aus der Gruppe der Männer im Alter von 60 bis 69 Jahren (4,5 Prozent), während die Frauen im Alter über 70 Jahren am seltensten ihr Kreuz bei der LINKEN machten (1,2 Prozent). In keiner Wählergruppe kam die LINKE auf 5 Prozent oder darüber hinaus. Wären am Wahlsonntag nur die Baden-Württemberger im Alter von 18 bis 34 Jahren wahlberechtigt gewesen, wäre den PIRATEN der Einzug ins Landesparlament gelungen. Mit 6,2 Prozent bei den 18- bis 24-jährigen und 5,0 Prozent bei den 25- bis 34-jährigen Wählern konnten die PIRATEN jeweils Ergebnisse über der 5 Prozent-Hürde erzielen. Bei den Männern dieser Altersgruppen lagen sie sogar bei 7,9 bzw. 6,9 Prozent. Auch insgesamt hatten die PIRATEN einen spürbar stärkeren Rückhalt bei den Wählern (2,5 Prozent) als bei den Wählerinnen (1,4 Prozent).

Nahezu jeder zweite CDU-Wähler ist 60 Jahre oder älter

Neben der Frage, wie Männer und Frauen verschiedener Altersgruppen gewählt haben, liefert die Repräsentative Wahlstatistik auch Informationen über die demografische Zusammensetzung der Wählerschaft der einzelnen Parteien. Demnach hat die CDU von allen im Landtag vertretenen Parteien den höchsten Anteil an älteren Wählern. Bei der Landtagswahl 2011 waren gut 37 Prozent der Wähler im Land 60 Jahre oder älter. Unter den CDU-Wählern war sogar nahezu jeder Zweite im Seniorenalter (47,5 Prozent). Beinahe ein Drittel der Unions-Wählerschaft war sogar 70 Jahre oder älter (31,0 Prozent). Die unter 60-Jährigen waren innerhalb der Wählerschaft der CDU hingegen in sämtlichen Altersgruppen unterrepräsentiert. Auch unter den SPD- und FDP-Wählern lag der Seniorenanteil mit 41,7 bzw. 41,5 Prozent spürbar über dem Durchschnitt aller Wählerinnen und Wähler im Land, womit die Senioren jeweils die mit Abstand größte Wählergruppe der Sozialdemokraten und der Liberalen stellten. Bei der Landtagswahl 2006 waren dagegen die Seniorinnen und Senioren innerhalb der Wählerschaft der beiden Parteien noch leicht unterrepräsentiert gewesen. Insgesamt betrachtet wich die Altersstruktur der Wählerschaft von SPD und FDP am wenigsten von der Altersstruktur der baden-württembergischen Gesamtwählerschaft ab.

Wählerschaft der GRÜNEN am jüngsten

Anders als bei CDU, SPD und FDP waren die Senioren in der Wählerschaft der GRÜNEN stark unterrepräsentiert, während alle Altersgruppen unter 60 Jahren überproportional vertreten waren. So waren – wie bereits erwähnt – bei der Landtagswahl 2011 gut 37 Prozent der Wählerinnen und Wähler 60 Jahre oder älter. Von den Wählern der GRÜNEN gehörte jedoch nur etwa jeder fünfte zu dieser Altersgruppe (20,7 Prozent). In der Gesamtbetrachtung weisen die GRÜNEN weiterhin die jüngste Wählerschaft aller im Landtag vertretenen Parteien auf: 40,3 Prozent der GRÜNEN-Wähler waren unter 45 Jahre alt. Bei der Landtagswahl 2006 waren es allerdings noch weit über 50 Prozent, sodass auch innerhalb der Wählerschaft der GRÜNEN ein deutlicher Alterungsprozess festzustellen ist.

1) Wahlberechtigte ohne Wahlschein. – Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik.

2) Wahlbeteiligung der Wähler ohne Wahlschein. – Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik.

3) Beim Vergleich der Ergebnisse der Repräsentativen Landtagswahlstatistik 2011 mit den Ergebnissen früherer Wahlen ist zu berücksichtigen, dass für die Darstellung der Stimmabgabe erstmals auch ausgewählte Briefwahlbezirke in die Stichprobe der Repräsentativen Wahlstatistik aufgenommen wurden (bis zur Landtagswahl 2006 ausschließlich Urnenwahlbezirke).

4) Für die Darstellung der Stimmabgabe nach Geschlecht und Geburtsjahresgruppen wurden für die Repräsentative Landtagswahlstatistik 2011 erstmals 6 statt bisher 5 Geburtsjahresgruppen je Geschlecht gebildet. Diese Änderung betrifft die frühere Altersgruppe der 60 Jahre und älteren Wählerinnen und Wähler, die in nunmehr 2 Altersgruppen – die 60 bis 69-jährigen sowie die 70 Jahre und älteren Wählerinnen und Wähler – aufgeteilt wurde. Für diese beiden neuen Altersgruppen ist daher kein Vergleich zu früheren Wahlen möglich.

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