Stuttgart, 26. Januar 2012Nr. 22/2012

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Wohnflächenversorgung pro Kopf geht im Land regional weiter auseinander

Im zweiten Jahr in Folge sinkende Pro-Kopf-Wohnfläche im Stadtkreis Freiburg

Die Reurbanisierung, der Trend zum Wohnen in der Stadt, setzte sich auch 2010 fort. Der Neubau an Wohnflächen konnte nach Angaben des Statistischen Landesamtes nicht in allen Stadtkreisen mit der Bevölkerungsentwicklung mithalten. In Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim nahm die Wohnfläche weniger stark zu als die Bevölkerung, was zu einer Abnahme der Pro-Kopf-Wohnfläche führte. Dass die Wohnfläche je Einwohner sinkt, war bereits im Jahr 2009 für den Landkreis Tübingen und die Stadtkreise Heilbronn, Ulm und Freiburg zu beobachten. Allein in Freiburg setzt sich dieser Trend auch 2010 fort. Der Rückgang beträgt in beiden Jahren insgesamt 0,3 m² auf 36,2 m². Damit hat Freiburg auch weiterhin - und mit zunehmendem Abstand - die kleinste Pro-Kopf-Wohnfläche im Land. In den Stadtkreisen Heidelberg, Ulm und Heilbronn blieben die Wohnflächen pro Kopf gegenüber 2009 ungefähr gleich, in Pforzheim haben sie um 0,1 m² zugelegt. Der ebenfalls stark von Studierenden geprägte Landkreis Tübingen hat unter den Landkreisen mit 40,8 m² die geringste Pro-Kopf-Wohnfläche. Nach Abnahme im Vorjahr ist dort für 2010 jedoch wieder eine Wohnflächenzunahme um 0,3 m² pro Kopf zu verzeichnen.

Am meisten Wohnfläche steht den Einwohnern der Kurstadt Baden-Baden mit durchschnittlich 52,5 m² zur Verfügung. Dieser Spitzenwert liegt fast 10 m² über dem Landesdurchschnitt von 42,9 m². Auf Rang zwei mit über 5 m² Abstand liegt der Main-Tauber-Kreis mit 47,3 m², gefolgt vom Neckar-Odenwald-Kreis (46,9 m²) sowie den Landkreisen Waldshut (46,7 m²), Biberach und Rottweil (jeweils 46,4 m²). In allen Landkreisen ist die Wohnfläche stärker gewachsen als die Bevölkerung. In 22 Landkreisen war die Zahl der Einwohner sogar rückläufig. Damit nimmt der Stadt-Land-Unterschied in der Wohnflächenversorgung weiter zu.

Die regionalen Unterschiede sind auf unterschiedliche Gebäudestrukturen bzw. Wohnungsgrößen zurückzuführen. Die eher ländlich geprägten Kreise mit einer quantitativ günstigen Wohnraumversorgung haben einen hohen Anteil an Einfamilienhäusern und damit gleichzeitig im Schnitt große Wohnungen. Dies wiederum kann auf regional unterschiedliche Siedlungsdichten und Baulandpreise zurückgeführt werden. Allerdings spielt auch zunehmender Leerstand in Gebieten mit rückläufiger Bevölkerung eine Rolle, da sämtliche vorhandene Wohnflächen und nicht nur bewohnter Wohnraum in die Berechnungen einfließen.


In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Wohnfläche je Einwohner in Baden-Württemberg erheblich vergrößert. 1992 lag sie noch bei 36,4 m² im Landesdurchschnitt und ist seitdem kontinuierlich bis auf 42,9 m² im Jahr 2010 angestiegen.

Schaubild: Wohnflächen 2010 in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs

Wohnflächen- und Bevölkerungsdynamik 2010 in den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs
Stadtkreis (SKR)
Landkreis (LKR)
Land
Bevölkerung 2010Veränderung Bevölkerung 2009-2010Wohnfläche 2010Zunahme Wohnfläche 2009-2010Wohnfläche pro Kopf 2010Veränderung Pro-Kopf-Wohnfläche 2009-2010
Anzahl%%
Stuttgart (SKR)606.588+0,822.380.3400,636,9−0,1
Böblingen LKR)371.396−0,115.793.1910,742,5+0,3
Esslingen (LKR)514.830+0,121.498.9290,741,8+0,2
Göppingen (LKR)252.548−0,410.840.0700,442,9+0,3
Ludwigsburg (LKR)517.985+0,221.643.5380,741,8+0,2
Rems-Murr-Kreis (LKR)415.448−0,117.655.4320,642,5+0,3
Heilbronn (SKR)122.879+0,44.843.1930,439,4+0,0
Heilbronn (LKR)328.364−0,214.658.4510,744,6+0,4
Hohenlohekreis (LKR)108.913−0,14.909.7370,645,1+0,3
Schwäbisch Hall (LKR)188.420−0,28.421.2230,944,7+0,4
Main-Tauber-Kreis (LKR)133.351−0,66.313.0250,647,3+0,6
Heidenheim (LKR)131.116−0,65.846.3520,344,6+0,4
Ostalbkreis (LKR)310.733−0,513.879.6630,644,7+0,4
Baden-Baden (SKR)54.445−0,12.859.6270,552,5+0,3
Karlsruhe (SKR)294.761+1,011.748.4730,639,9−0,2
Karlsruhe (LKR)432.271+0,219.098.0870,644,2+0,2
Rastatt (LKR)226.789−0,110.128.5060,544,7+0,3
Heidelberg (SKR)147.312+0,65.621.9390,638,2
Mannheim (SKR)313.174+0,412.417.6060,239,7−0,1
Neckar-Odenwald-Kreis (LKR)147.006−0,56.900.7180,446,9+0,4
Rhein-Neckar-Kreis (LKR)537.625+0,324.333.4140,645,3+0,2
Pforzheim (SKR)119.781−0,04.681.7030,439,1+0,1
Calw (LKR)157.271−0,56.909.6560,543,9+0,5
Enzkreis (LKR)193.913−0,38.736.4430,645,1+0,4
Freudenstadt (LKR)119.878−0,65.385.9100,444,9+0,5
Freiburg im Breisgau (SKR)224.191+1,08.113.6120,636,2−0,2
Breisgau-Hochschwarzwald (LKR)251.266+0,310.839.7920,743,1+0,2
Emmendingen (LKR)158.342+0,46.901.4660,843,6+0,2
Ortenaukreis (LKR)417.513+0,118.623.8880,744,6+0,3
Rottweil (LKR)139.316−0,76.464.9640,546,4+0,6
Schwarzwald-Baar-Kreis (LKR)206.535−0,49.304.9790,545,1+0,4
Tuttlingen (LKR)134.189−0,46.017.4130,544,8+0,4
Konstanz (LKR)278.983+0,511.833.8900,642,4+0,0
Lörrach (LKR)222.650+0,19.602.4970,643,1+0,2
Waldshut (LKR)166.140−0,27.763.8760,646,7+0,3
Reutlingen (LKR)280.93111.883.8940,642,3+0,3
Tübingen (LKR)221.304+0,29.023.4320,940,8+0,3
Zollernalbkreis (LKR)188.393−0,58.694.1690,446,1+0,4
Ulm (SKR)122.801+0,64.736.3000,638,6+0,0
Alb-Donau-Kreis (LKR)189.670−0,18.516.7880,944,9+0,4
Biberach (LKR)189.312−0,18.788.1911,046,4+0,5
Bodenseekreis (LKR)208.367+0,39.363.9110,844,9+0,2
Ravensburg (LKR)276.965+0,211.794.1530,842,6+0,2
Sigmaringen (LKR)130.215−0,65.985.6520,546,0+0,5
Baden-Württemberg10.753.880+0,1461.758.0930,642,9+0,2

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