Stuttgart, 2. Februar 2012Nr. 28/2012

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Jahresfahrleistungen auf Straßen im Land steigen auf Rekordniveau

Überdurchschnittliche Zunahme des Güterverkehrs, aber schwächer als das Wirtschaftswachstum

Die Fahrleistungen im Straßenverkehr in Baden-Württemberg sind auf ein neues Rekordniveau angestiegen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes wurden 2010 auf den Autobahnen sowie den übrigen Außer- und Innerortsstraßen im Land zusammen über 94 Milliarden Kilometer gefahren. Das waren 1,1 Prozent mehr als 2009 und knapp 6 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Bestimmend für die Entwicklung war der Pkw-Verkehr, auf den mit jetzt fast 82 Milliarden Kilometern gut 87 Prozent der gesamten Jahresfahrleistungen entfallen. Die Gründe für die anhaltende Steigerung der Pkw-Jahresfahrleistungen sind vielfältig. Zu nennen sind zunächst die weiter angestiegene Bevölkerungszahl und die noch deutlichere Zunahme der Zahl privater Haushalte. Überproportional zur Bevölkerung hat auch die Zahl der im Land zugelassenen Pkw zugenommen, so dass die Pkw-Dichte, das heißt die Zahl der im Land zugelassenen Pkw je 1 000 Einwohner, auf jetzt 540 Fahrzeuge (Stand Ende 2010) anwuchs. Damit liegt die Pkw-Dichte im Land auch deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Zudem war offenbar in den letzten Jahren kein weiterer Rückgang der durchschnittlichen Jahresfahrleistung je Pkw zu verzeichnen.

Die Jahresfahrleistungen der schweren Nutzfahrzeuge nahmen 2010 nach dem deutlichen Einbruch im Krisenjahr 2009 überdurchschnittlich um 3,3 Prozent auf über 7 Milliarden Kilometer zu. Der Anteil der schweren Nutzfahrzeuge an den gesamten Jahresfahrleistungen im Land stieg 2010 auf rund 7,5 Prozent. Die Zunahme der Jahresfahrleistungen schwerer Nutzfahrzeuge blieb allerdings deutlich hinter dem Wirtschaftswachstum (plus 5,5 Prozent) zurück. Eine Erklärung dafür liegt offenbar in einer besseren Auslastung der Fahrzeuge. Dadurch hat die Transportleistung stärker zugenommen als die Jahresfahrleistungen. Dieser Trend wurde auch gestützt durch den gesteigerten Anteil der Sattelzüge, deren Jahresfahrleistungen 2010 mit plus 5 Prozent überdurchschnittlich angestiegen sind. Die Jahresfahrleistungen der leichten Nutzfahrzeuge haben gegenüber 2009 um 2,2 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Kilometer zugenommen. Ihr Anteil an den Jahresfahrleistungen insgesamt erhöhte sich auf 3,4 Prozent.

Diesel-Pkw weiter auf dem Vormarsch

Weiterhin deutlich auf dem Vormarsch ist der Dieselantrieb. Die Jahresfahrleistungen der Dieselmotor-Pkw stiegen 2010 um über 4 Prozent weit überdurchschnittlich an, während sich die der Benziner um 1,3 Prozent verringert haben. Damit wuchs der Anteil der Diesel-Pkw auf 42 Prozent der gesamten Pkw-Fahrleistungen im Land. Auffällig ist zudem, dass der Anteil der Diesel-Pkw an den Jahresfahrleistungen deutlich höher liegt als der am Fahrzeugbestand. In Baden-Württemberg verfügten Ende 2010 gut 29 Prozent aller zugelassenen Pkw über einen Dieselmotor. Der Grund für diese Diskrepanz liegt darin, dass die durchschnittlichen Jahresfahrleistungen bei Diesel-Pkw erheblich höher liegen als bei Otto-Pkw. Offenbar sind vor allem Vielfahrer in den zurückliegenden Jahren auf Diesel-Pkw umgestiegen. Bezogen auf alle in Deutschland zugelassenen Pkw bewegen sich nach Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die durchschnittlichen Jahresfahrleistungen für Dieselfahrzeuge seit mehr als 10 Jahren fast unverändert bei rund 21 000 Kilometern pro Jahr. Demgegenüber sind die durchschnittlichen Jahresfahrleistungen der Otto-Pkw seit 1998 um fast ein Fünftel auf 11 400 Kilometer zurückgegangen.

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