Stuttgart, 1. Februar 2012Nr. 32/2012

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Im Dezember 2011 Auftragsplus von über 4 Prozent für die Südwestindustrie

Südwestindustrie erhielt 2011 fast 7 Prozent mehr Aufträge als im Boomjahr 2010 – Auftragsbücher im »Maschinenbau« mit einem Zuwachs von über 12 Prozent besonders gut gefüllt

Nach dem überraschend kräftigen Dämpfer im Vormonat zeigte sich die Nachfrage nach Industrieprodukten aus Baden-Württemberg im Dezember 2011 wieder gefestigt. Nach Feststellung des Statistischen Landesamtes stiegen die preisbereinigten Bestelleingänge der Südwestindustrie saison- und arbeitstäglich bereinigt zum Vormonat November um 4,3 Prozent. Das hohe Auftragsplus resultierte ausschließlich aus dem starken Nachfrageanstieg im Auslandsgeschäft (8,8 Prozent), zu dem auch einige Großaufträge beitrugen. Die Bestelleingänge aus dem Inland gaben hingegen um 1,6 Prozent nach. Das stärkste Auftragsplus verbuchten die Investitionsgüterproduzenten (6 Prozent). Gemessen hieran fiel der Orderanstieg bei den Vorleistungsgüterproduzenten (0,6 Prozent) und den Konsumgüterproduzenten (0,4 Prozent) vergleichsweise verhalten aus. Insgesamt blieb jedoch die Nachfrageentwicklung der Südwestindustrie im Schlussquartal 2011 mit einem Auftragsminus von 1,1 Prozent deutlich hinter dem Vorquartal zurück.

Im Dezember 2011 stiegen die Industrieaufträge preis- und arbeitstäglich bereinigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,1 Prozent. Das Auslandsgeschäft brachte ein Plus von 2,7 Prozent in die Auftragsbücher. Die Nachfrage aus dem Inland konnte damit nicht ganz Schritt halten (0,9 Prozent). Insgesamt ist im Jahresverlauf eine erhebliche Abkühlung der Nachfrage eingetreten. Die Wachstumsraten fielen zunehmend geringer aus und sind beim Auslandsgeschäft zuletzt bereits ins Minus gerutscht. Der konjunkturelle Höhepunkt scheint überschritten. Ob sich lediglich eine konjunkturelle Seitwärtsbewegung anschließt oder eine Trendwende ansteht, bleibt vorerst abzuwarten.

Im zurückliegenden Jahr 2011 übertrafen die Bestelleingänge der Südwestindustrie preis- und arbeitstäglich bereinigt das Vorjahresergebnis um 6,6 Prozent. Die Inlandsnachfrage (7,4 Prozent) hat dabei das Auslandsgeschäft (6,1 Prozent) als Wachstumsmotor abgelöst. Einen starken Anstieg an Bestelleingängen gab es vor allem bei den Investitionsgüterproduzenten, deren Auftragsplus das Vorjahresniveau um 8,7 Prozent überschritt. Deutlich hinter dem Wachstumstempo der Südwestindustrie zurück blieben demgegenüber die Vorleistungsgüterproduzenten (2,8 Prozent) und die Konsumgüterproduzenten (1,5 Prozent).

Nahezu alle bedeutenden Industriebranchen der Südwestindustrie konnten im vergangenen Jahr 2011 eine positive Auftragsentwicklung verbuchen. Insbesondere der »Maschinenbau« verzeichnete im Vorjahresvergleich einen kräftigen Nachfrageboom. Hier stieg die Nachfrage preis- und arbeitstäglich bereinigt um 12,5 Prozent. Auch die »Herstellung von Metallerzeugnissen« (11,7 Prozent) erzielte ebenso wie die »Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« (8 Prozent) ein hohes Auftragsplus. Demgegenüber blieb die Nachfrage in der »Metallerzeugung und ‑bearbeitung« (5,8 Prozent) bereits deutlich hinter dem Wachstumstempo der Südwestindustrie zurück. Zu einem Nachfragerückgang kam es hingegen in der »Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen« (–5,2 Prozent) sowie bei der »Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus« (–5,5 Prozent).

Schaubild: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe - preisbereinigt und kalendermonatlich

Schaubild: Auftragseingangsindex im Verarbeitenden Gewerbe - Veränderungsraten gegenüber Vorjahresmonat

Auftragseingangsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Baden-Württemberg im Dezember 2011
Indexstand: 2005 = 100, preisbereinigt
WZ
2008
Ausgewählte WirtschaftszweigeVeränderung in Prozent
Dezember 2011Januar–Dezember 2011
gegenüber
November 2011Dezember 2010Vorjahreszeitraum
Original-
werte
saison- und arbeits-
täglich bereinigt1)
Original-
werte
arbeits-
täglich bereinigt1)
Original-
werte
arbeits-
täglich bereinigt1)

1) Nach Berliner Verfahren BV 4.1.

2) Ausgewählte Wirtschaftszweige entsprechend der EG-Verordnung über Konjunkturstatistiken.

 Verarbeitendes Gewerbe2)−6,0+4,3−1,4+2,1+6,3+6,6
 Inland−12,5−1,6−3,6+0,9+7,0+7,4
 Ausland−1,2+8,8+0,1+2,7+5,8+6,1
 Vorleistungsgüterproduzenten−12,0+0,6−2,8+1,9+2,5+2,8
 Inland−14,6+0,9−1,9+3,1+3,1+3,5
 Ausland−8,3−0,1−4,2−0,3+1,6+1,9
 Investitionsgüterproduzenten−3,2+6,0−1,0+2,0+8,4+8,7
 Inland−11,3−3,7−5,0−0,9+9,9+10,3
 Ausland+1,6+11,9+1,1+3,3+7,6+7,8
 Konsumgüterproduzenten−12,0+0,4−0,3+3,1+1,3+1,5
 Inland−11,6+0,4+0,1+4,8+5,1+5,5
 Ausland−12,3+0,5−0,6+2,1−1,4−1,2
17Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus−10,4−1,3−9,0−5,0−5,8−5,5
20Herstellung von chemischen Erzeugnissen−15,3+3,5+3,2+7,4+1,4+1,7
21Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen+0,9+2,9+10,1+13,3+0,4+0,6
24Metallerzeugung und -bearbeitung−29,4−1,7−2,8+3,9+5,4+5,8
25Herstellung von Metallerzeugnissen−12,4+2,0+1,1+5,7+11,3+11,7
26Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen+1,4−7,6−14,5−12,7−5,5−5,2
27Herstellung von elektrischen Ausrüstungen−13,4+3,5−0,8+4,8+2,1+2,6
28Maschinenbau+3,4+1,8−7,8−5,1+12,1+12,5
29Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen−8,3+3,5+7,9+12,0+7,7+8,0

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