Erläuterungen Bauwirtschaft u. Bautätigkeit

Industrie, Handwerk, Bauen und Wohnen – Erläuterungen

Bauwirtschaft u. Bautätigkeit

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Baufertigstellung
Als »fertig gestellt« ist ein Bauvorhaben anzusehen, wenn die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen sind und wenn erkennbar ist, dass das Gebäude bzw. die Wohnungen bereits bezogen oder bei leer stehenden Gebäuden bezugsfertig sind. Hierbei ist ohne Bedeutung, ob das Gebäude verputzt ist oder ob noch Schönheitsarbeiten vorzunehmen sind. Entscheidend für die Fertigstellung ist die Ingebrauchnahme und nicht die baupolizeiliche Schlussabnahme des Bauobjekts.
Baugenehmigung
Baumaßnahmen, durch die Wohn- oder Nutzraum zu- oder abgeht bzw. bauliche Veränderungen vorgenommen werden, sind genehmigungs- oder kenntnisgabepflichtig. Einzelheiten regelt die Bauordnung.
Baugewerbe
Ab 2009 werden für das Baugewerbe Daten nach der nunmehr verbindlichen Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008) veröffentlicht. Die WZ 2008 baut rechtsverbindlich auf der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft (NACE Rev. 2) auf, die ihrerseits auf der Internationalen Systematik der Wirtschaftszweige (ISIC Rev. 4) der Vereinten Nationen basiert. Im Vergleich zu der bis 2008 angewandten Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003 (WZ 2003) ergeben sich im Baugewerbe durch die Einführung der WZ 2008 keine größeren Veränderungen bei der Abgrenzung der Berichtskreise, so dass die Daten untereinander vergleichbar sind. Das Baugewerbe wird untergliedert in die Gruppen 41.2 Bau von Gebäuden, 42.1 Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken, 42.2 Leitungstiefbau und Kläranlagenbau, 42.9 Sonstiger Tiefbau, 43.1 Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten und 43.9 Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten (Bauhauptgewerbe) sowie die Gruppen 43.2 Bauinstallation und 43.3 Sonstiger Ausbau (Ausbaugewerbe) der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008). Weiter werden nun auch formell die Bauträger (41.1 Erschließung von Grundstücken; Bauträger) dem Ausbaugewerbe zugeordnet.
Baugewerblicher Umsatz
Die dem Finanzamt für die Umsatzsteuer zu meldenden steuerbaren (steuerpflichtigen und steuerfreien) Beträge für Bauleistungen im Inland, und zwar einschließlich Umsätze aus Nachunternehmertätigkeit und aus Vergabe von Teilleistungen an Nachunternehmer und jeweils ohne dem Kunden in Rechnung gestellte Umsatzsteuer.
Baureifes Land
Eine Bebauung des Grundstücks ist sofort möglich. Das Land muss nach der baulichen Ordnung in der Gemeinde zur Bebauung anstehen.
Bauspargeschäft
Hier handelt es sich um Bausparverträge, die mit in Baden-Württemberg ansässigen Bausparern abgeschlossen wurden. Dies ist bei den öffentlichen Bausparkassen die Regel; von den privaten Bausparkassen, die im ganzen Bundesgebiet arbeiten, wird die regionale Aufteilung ihrer Abschlüsse über ihren Verband an das Statistische Bundesamt mitgeteilt.
Betriebe im Bauhauptgewerbe
Erhebungseinheit sind die Betriebe von Unternehmen des Bauhauptgewerbes und die bauhauptgewerblichen Betriebe von Unternehmen anderer Wirtschaftsbereiche sowie die Arbeitsgemeinschaften des Bauhauptgewerbes, soweit sich deren Tätigkeit auf das Inland bezieht.
Durchschnittliche Kaufwerte von Bauland
Erfasst wird ausschließlich das unbebaute Bauland. Die durchschnittlichen Kaufwerte werden im Rahmen dieser Veröffentlichung nach der Baulandart dargestellt. Die in der Tabelle enthaltenen Baulandarten werden nachfolgend näher erläutert.
Entgelte
Summe der lohnsteuerpflichtigen Bruttobezüge (Bar- und Sachbezüge) einschließlich Zahlungen für eine Beschäftigung, die nur wegen Unterschreitung der Steuerpflichtgrenzen steuerfrei sind. Diese Beträge verstehen sich ohne Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, ohne Beiträge zu den Sozialkassen des Baugewerbes sowie ohne gezahltes Vorruhestandsgeld. Den Entgelten sind auch die Bezüge von Gesellschaftern, Geschäftsführern, Vorstandsmitgliedern und anderen leitenden Kräften zugerechnet, soweit sie steuerlich als Einkünfte aus nicht selbständiger Arbeit anzusehen sind.
Erhebungseinheit
Erhebungseinheit ist das Gebäude bzw. die Baumaßnahme. Im Nichtwohnbau werden Bagatellbauten - mit Ausnahme von Gebäuden mit Wohnraum - bis zu einem Volumen von 350 Kubikmeter Rauminhalt oder 18 000 Euro veranschlagte Kosten des Bauwerks nicht erfasst. Unter Errichtung neuer Gebäude werden Neu- und Wiederaufbauten verstanden. Als Wiederaufbau gilt der Aufbau zerstörter oder abgerissener Gebäude ab Oberkante des noch vorhandenen Kellergeschosses. Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden sind bauliche Veränderungen an bestehenden Gebäuden durch Umbau-, Ausbau-, Erweiterungs- oder Wiederherstellungsmaßnahmen.
Freiflächen
Das Grundstück befindet sich im Baugebiet der Gemeinde, ohne dass eine Bebauung im üblichen Sinne vorgesehen ist. Vielmehr handelt es sich um Grünflächen, Parkanlagen, Sport-, Spiel-, Zeltplätze und ähnliches, die z.B. zu Erholungszwecken dem öffentlichen Gebrauch dienen.
Gebäude
Als Gebäude gelten nach der Systematik der Bauwerke selbstständig benutzbare, überdachte Bauwerke, die auf Dauer errichtet sind und von Menschen betreten werden können. Sie dienen dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen. Dabei kommt es auf die Umschließung durch Wände nicht an. Gebäude in diesem Sinne sind auch selbstständig benutzbare, unterirdische Bauwerke. Unterkünfte, wie z. B. Baracken, Gartenlauben, Behelfsheime und dergleichen, die nur für begrenzte Dauer errichtet oder von geringem Wohnwert sind, werden – ebenso wie behelfsmäßige Nichtwohnbauten und frei stehende selbstständige Konstruktionen – nicht zu den Gebäuden gerechnet.
Geleistete Arbeitsstunden
Alle auf Baustellen und Bauhöfen im Inland tatsächlich geleisteten Stunden, gleichgültig, ob sie von Arbeitern, Polieren, Schachtmeistern und Meistern, Inhabern, Familienangehörigen oder Auszubildenden geleistet werden. Nicht einbezogen sind die für Bürotätigkeiten geleisteten Arbeitsstunden.
Indexzahlen
Die Indexveränderung von einem Zeitpunkt zum anderen kann in Punkten oder in Prozent gemessen werden. Dieser Unterschied wird durch nachfolgende Beispiele erklärt.
Die Indexentwicklung nach Punkten ergibt sich als Differenz zwischen dem neuen und dem alten Indexstand. Das Ergebnis ist je nach Wahl des Basisjahres unterschiedlich:
Indexveränderungen in Punkten = Neuer Indexstand - Alter Indexstand.
Zahlenbeispiel: Die Steigerung eines Index von 110 auf 120 beträgt somit 120 - 110 = 10 Punkte.
Die Indexentwicklung in Prozent wird nach folgender Formel berechnet: (Neuer Indexstand / Alter Indexstand) x 100 − 100.
Das Ergebnis ist von der Wahl des Basisjahres unabhängig, wenn von geringfügigen Rundungsdifferenzen abgesehen wird.
Zahlenbeispiel: Die oben verwendeten Werte ergeben: (120 / 110) x 100 − 100 = 109,1 − 100 = + 9,1 %.
Industrieland
Das Grundstück ist im Bebauungsplan als reines Industriegebiet ausgewiesen oder ist für eine überwiegend industrielle Nutzung vorgesehen.
Kosten des Bauwerkes
Als Kosten des Bauwerks werden die zum Zeitpunkt der Baugenehmigung veranschlagten Kosten der Baukonstruktion (einschließlich Erdarbeiten), die Kosten der Installation, deren betriebstechnische Anlagen und die Kosten für betriebliche Einbauten sowie für besondere Bauausführungen erfasst. Sie schließen die Mehrwertsteuer ein.
Land für Verkehrszwecke
Das Grundstück soll für den öffentlichen Verkehr (Wege, Straßen, Brücken) verwendet werden. Als Erwerber kommt daher nur die Öffentliche Hand in Frage. Land für private Verkehrsanlagen (Privatwege und Privatparkplätze) wird dieser Position nicht zugeordnet, vielmehr gehören diese Grundstücke zum baureifen Land, Rohbau- oder Industrieland.
Nichtwohngebäude
Nichtwohngebäude sind Gebäude, die überwiegend für Nichtwohnzwecke (gemessen an der Gesamtnutzfläche) bestimmt sind.
Nutzfläche
Als Nutzfläche (ohne Wohnfläche) gilt entsprechend DIN 277 derjenige Teil der Netto-Grundrissfläche (ohne Wohnfläche), der der Zweckbestimmung und Nutzung des Bauwerks dient. Zur Nutzfläche gehören nicht die Konstruktions-, Funktions- und Verkehrsflächen.
Rohbauland
Das Grundstück befindet sich im Baugebiet der Gemeinde und steht im Zuge der baulichen Entwicklung der Gemeinde in absehbarer Zeit zur Erschließung an.
Sonstige Wohneinheiten
Sonstige Wohneinheiten sind alle übrigen Wohneinheiten ohne Küche oder Kochnische. Zu ihnen zählen vor allem einzelne oder zusammenhängende Räume in Wohnheimen für die ständige wohnliche Unterbringung der Heimbewohner.
Tätige Personen
Alle männlichen und weiblichen im Betrieb tätigen Inhaber, Mitinhaber, Familienangehörige und Arbeitskräfte, die in einem Arbeitsverhältnis zum Betrieb stehen, sowie unbezahlt mithelfende Familienangehörige, soweit sie mindestens 55 Stunden monatlich im Betrieb tätig sind. Nicht einbezogen sind die Bezieher von Vorruhestandsgeld.
Wohneinheiten
Die Wohneinheiten werden in Wohnungen und in sonstige Wohneinheiten unterschieden.
Wohnfläche
Als Wohnfläche gelten alle Flächen innerhalb von Wohnungen (Zimmer, Küchen und Nebenräume wie Speisekammern u. ä.) und die Flächen von Einzelzimmern in Wohngebäuden. Einzelzimmer in Nichtwohngebäuden werden nicht als Wohnräume erfasst. Ihre Fläche gilt als Nutzfläche. Bei der Berechnung der Wohnfläche sind Keller, Dachboden und die Grundflächen von Treppen innerhalb abgeschlossener Wohnungen nicht mitzuzählen.
Wohngebäude
Wohngebäude sind Gebäude, die mindestens zur Hälfte (gemessen an der Gesamtnutzfläche) Wohnzwecken dienen. Ferien-, Sommer- und Wochenendhäuser rechnen ebenfalls dazu.
Wohnräume
Zu den Wohnräumen zählen alle Zimmer (Wohn- und Schlafräume mit 6 und mehr Quadratmeter Wohnfläche) und Küchen. Nicht als Zimmer gelten Nebenräume wie Abstellräume, Speisekammern, Flure, Badezimmer und Toiletten.
Wohnung
Eine Wohnung besteht aus einem oder mehreren Räumen, die die Führung eines Haushalts ermöglichen, darunter stets eine Küche oder ein Raum mit Kochgelegenheit. Eine Wohnung hat grundsätzlich einen eigenen abschließbaren Zugang unmittelbar vom Freien, einem Treppenhaus oder einem Vorraum, ferner Wasserversorgung, Ausguss und Toilette, die auch außerhalb des Wohnungsabschlusses liegen können.

Zeichenerklärung

0
weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle, jedoch mehr als nichts
nichts vorhanden (genau Null)
·
Zahlenwert unbekannt oder geheim zu halten
x
Tabellenfach gesperrt, weil Aussage nicht sinnvoll
Angabe fällt später an
/
Zahlenwert nicht sicher genug
()
Aussagewert eingeschränkt
p
vorläufige Zahl
r
berichtigte Zahl
s
geschätzte Zahl
D
Durchschnitt (arithmetisches Mittel)

© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2013 | ^