2008-04

»Statistisches Monatsheft« 2008-04

Überschuldung privater Haushalte: Kein Thema in Baden-Württemberg?

In jüngster Vergangenheit greifen die Boulevardmedien immer wieder das Thema der »Überschuldung von Privatpersonen« auf. Anhand von Einzelschicksalen führt eine emotionale Berichterstattung der Allgemeinheit ein Problem vor Augen, das von einer breiten Öffentlichkeit gern als Privatangelegenheit von Personen eingestuft wird, die nicht mit Geld umgehen können. Was geschehen kann, wenn zahlreiche Privathaushalte ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen (können), zeigte 2007 in eindrucksvoller Weise die Immobilienkrise. Ausgelöst durch überschuldete Immobilienbesitzer in den USA erzitterten weltweit die Finanzmärkte.

Bundesweit vergleichbare Informationen, die vonseiten der amtlichen Statistik zur Überschuldungsthematik bereitgestellt werden können, beschränken sich bisher auf die Insolvenzstatistik. Um die Überschuldungssituation privater Haushalte umfassend zu untersuchen, reicht diese Datenlage jedoch bei Weitem nicht aus. Daher wird im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf der Grundlage des § 7 BStatG eine freiwillige Erhebung durchgeführt, die auch die sozio-ökonomischen Hintergründe erfragt.

Jutta Loidl-Stuppi

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Bevölkerung, Familie | ^

Kräftige Zuwanderung von Frauen aus den neuen Bundesländern nach Baden-Württemberg seit der Wiedervereinigung

In verschiedenen Medien wird häufig die These vertreten, dass die neuen Bundesländer einen überproportionalen Aderlass an gut qualifizierten Frauen seit der Wiedervereinigung zu verkraften hatten. Indirekt wird damit sogar die Perspektivlosigkeit der »zurückgelassenen« jungen Männer erklärt. Insgesamt sind aus den neuen Bundesländern von 1991 bis 2006 etwa 200 000 Personen mehr nach Baden-Württemberg zu- als dorthin gezogen. Der vorliegende Beitrag untersucht daher, ob sich tatsächlich geschlechtsspezifische Unterschiede im Wanderungsverhalten beobachten lassen. Darüber hinaus werden länder- bzw. altersspezifische Unterschiede analysiert sowie Schlussfolgerungen für die Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg abgeleitet.

Dr. Michael Bubik

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Bevölkerung, Familie | ^

Trendwende oder Aufschub? Zur demografischen Situation in Magdeburg

Magdeburg, Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, hat derzeit rund 230 000 Einwohner. Die Wiedervereinigung verschonte auch Magdeburg nicht von der Abwanderungswelle aus den neuen Bundesländern. Seit 2004 weist die Stadt nun wieder einen positiven Wanderungssaldo auf, der 2005 und 2006 sogar das Geburtendefizit mehr als ausgeglichen hat. Lässt das auf eine Trendwende hoffen?

Werner Ley, Amt für Statistik, Magdeburg

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Bildung, Soziales | ^

Modellrechnung zur Entwicklung der Zahl der Ausbildungsverträge bis 2025

Im Jahr 2006 waren in Baden-Württemberg insgesamt 76 148 neue Verträge im Bereich der dualen Berufsausbildung abgeschlossen worden. Damit wurde der positive Trend der Vorjahre fortgesetzt, der auch im Jahr 2007 weiter angehalten haben dürfte. Den zahlenmäßig größten Beitrag zu dieser Entwicklung haben die Unternehmen in Industrie und Handel geleistet, aber auch die Handwerksbetriebe verzeichneten einen Anstieg der Zahl von Ausbildungsverträgen. In den »Freien Berufen«– hierzu zählen insbesondere die Fachangestellten in Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Notariaten und Apotheken – ist dagegen noch keine positive Trendwende feststellbar.

In einer auf den Ergebnissen des Jahres 2006 basierenden Modellrechnung zur Entwicklung der Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ergibt sich bis 2025 ein demografisch bedingter Rückgang um 28 %. Im Handwerk würden dann unter diesen Annahmen sogar ein Drittel weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen werden als im Jahr 2006. Im größten Ausbildungsbereich »Industrie und Handel« wäre der Rückgang dagegen leicht unterdurchschnittlich.

Dr. Rainer Wolf

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Bildung, Soziales | ^

Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe in Baden-Württemberg 2006

Die Statistik der Ausgaben und Einnahmen der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe bietet den Kommunen und dem Land einen Nachweis ihrer Leistungen und Kosten. Im Jahr 2006 wurden in Baden-Württemberg von den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe 2,6 Mrd. Euro ausgegeben. Gegenüber dem Vorjahr sind die Ausgaben nur geringfügig um 0,7 % angestiegen. Im Mittel der letzten 7 Jahre fällt der Ausgabenanstieg jedoch deutlich höher aus. Der größte Ausgabeposten mit fast 60 % entfiel auf die Kindertageseinrichtungen. Aus den Daten wird auch erkennbar, dass die Ausgaben in den Stadtkreisen deutlich über den Ausgaben in den Kreisen im ländlichen Raum liegen.

Jürgen Krüger / Cosima Strantz

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Bildung, Soziales | ^

Seit einem Jahr Elterngeld

Die meisten jungen Eltern in Deutschland sind mit der neuen Elternzeitregelung zufrieden. Seit Einführung ist der Anteil der Väter, die zumindest kurz zugunsten der Familie beruflich zurückstecken, bundesweit deutlich angestiegen. Die Einkommensabhängigkeit des Elterngeldes ist bei jungen Eltern nicht unumstritten. Väter erhalten deutlich höhere Elterngeldbeträge als Frauen. Wie lange im Einzelfall Elternzeit genommen wird, hängt vor allem vom bisherigen Erwerbseinkommen und der daraus resultierenden Höhe des Elterngeldes ab.

Heike Lipinski

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Wirtschaft, Arbeitsmarkt | ^

Das Konzept des Konjunkturindikators für Baden-Württemberg

Dr. Udo Vullhorst

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Wirtschaft, Arbeitsmarkt | ^

Mobilität und Flexibilität der Erwerbstätigen

Mobilität und Flexibilität, im Sinne von beruflicher und räumlicher Mobilität, aber auch hinsichtlich der zeitlichen Flexibilität, prägen die heutige Arbeitswelt. So wechselten bzw. begannen von den rund 5,17 Mill. im Rahmen des Mikrozensus nachgewiesenen Erwerbstätigen im Jahr 2006 nahezu 13 % innerhalb des vorangegangenen Jahres ihre derzeitige Tätigkeit. Kennzeichnend für oben genannte Entwicklung ist auch der hohe Anteil von Erwerbstätigen, die täglich in eine andere Gemeinde zur Arbeit pendeln. Neben der beruflichen und räumlichen Mobilität scheint während der letzten Jahre auch zunehmend die Bereitschaft zur zeitlichen Mobilität im Sinne von flexiblen Arbeitszeiten erforderlich zu sein. So zeigt sich bei den baden-württembergischen Erwerbstätigen ein deutlicher Trend zu mehr Wochenend-, Schicht- und/oder Nachtarbeit. Weitere Aspekte der beruflichen Mobilität und Flexibilität stellen die Möglichkeit dar, die Arbeit in den eigenen vier Wänden auszuüben, also sogenannte Heimarbeitsplätze, aber auch die Möglichkeit oder das Erfordernis neben der Haupttätigkeit noch einer zusätzlichen zweiten Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Sabine Schmidt

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Wirtschaft, Arbeitsmarkt | ^

Bruttoanlageinvestitionen der Gesamtwirtschaft

Investitionen gehören zu den zentralen Größen im wirtschaftlichen Geschehen: Sowohl im kurzfristigen Konjunkturverlauf als auch in der Entwicklung der langfristigen Produktionskapazität einer Volkswirtschaft. So können die Investitionen direkten Einfluss auf die Konjunktur haben und damit Einkommens- und Beschäftigungseffekte auslösen. Investitionsaktivitäten liefern zudem Hinweise über das Vertrauen der Wirtschaftsakteure in die zukünftige Entwicklung, denn diese erfolgen grundsätzlich in der Hoffnung, dass sie später einmal Früchte tragen.

In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2005 rund 56,6 Mrd. Euro in neue Sachanlagen investiert. Dies entspricht einem Anteil von 14,0 % an allen in Deutschland getätigten Investitionen. Im Vergleich der Bundesländer stellt Baden-Württemberg – hinter Nordrhein-Westfalen (19,9 %) und Bayern (18,6 %) – damit das drittgrößte Investitionsvolumen.

Jeanette Frey

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Wirtschaft, Arbeitsmarkt | ^

Gemüse aus dem Ländle – lecker und gesund

Das Angebot an frischem Gemüse ist hierzulande groß und wird durch die Markteinführung neuer Sorten immer größer. Viele Arten werden sogar das ganze Jahr über angeboten. Der Verbraucher hat die Qual der Wahl: die Wahl zwischen verschiedenen Gemüsearten, ob biologisch oder konventionell erzeugt und von welchem Teil der Erde das Produkt stammt. Der Selbstversorgungsgrad von Gemüse liegt in Deutschland bei rund 40 %. Der vorliegende Beitrag beschreibt die Produktion im badischen und schwäbischen Landesteil.

Thomas Betzholz

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Wirtschaft, Arbeitsmarkt | ^

Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie durch Unternehmen 2007

Im Rahmen der im Jahr 2000 von den europäischen Staats- und Regierungschefs gesetzten »Lissabon-Ziele«, nach denen Europa bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischen, wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt gemacht werden soll, spielt der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken eine zentrale Rolle. Zur Überprüfung der Entwicklung auf diesem Gebiet werden in den Mitgliedsstaaten der EU seit 2002 jährlich harmonisierte Erhebungen bei Unternehmen (und parallel bei privaten Haushalten) auf freiwilliger Grundlage durchgeführt. Sie waren zunächst als Piloterhebungen konzipiert, seit 2006 handelt es sich um reguläre Statistiken. Für Baden-Württemberg sind seit 2003 einige Eckzahlen verfügbar, in einer erweiterten Gliederung gilt dies ab 2004. Obwohl sich seither die Nutzungsgrade von Computern und Internet nur unwesentlich verändert haben, lässt sich anhand verschiedener Indikatoren eine zunehmende Durchdringung des Wirtschaftslebens mit diesen modernen Technologien konstatieren. Allerdings existieren insbesondere unter den kleinen Unternehmen weiterhin Teilbereiche, an denen diese Entwicklung bisher weitgehend vorbeigegangen ist.

Dr. Richard Kössler

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Preise, Einkommen, Verbrauch | ^

Die Nutzung von Computern gehört für viele Baden-Württemberger zum Alltag

Die Verbreitung von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) prägt die Entwicklung weiter Teile unserer Gesellschaft. Die europaweite Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (i-Punkt) soll unter anderem den Fragen nachgehen: Wie gut sind die Haushalte mit Computern und Internetzugängen ausgestattet? Welche Bevölkerungsgruppen bleiben von den neueren Entwicklungen ausgegrenzt? Für welche Zwecke wird moderne IKT – vor allem das Internet – eingesetzt? Erste Ergebnisse der Erhebung IKT 2007 für Baden-Württemberg zeigen, dass 76 % aller Haushalte über einen Computer und 68 % der Haushalte über einen Internetzugang verfügen. Das Internet wird vor allem zum Senden und Empfangen von E-Mails sowie zur Suche nach Produktinformationen genutzt.

Dr. Barbara Pflugmann-Hohlstein

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Land und Kommunen | ^

Hintergründe für die Rückführung der gesamtstaatlichen Neuverschuldung

Im Rahmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, übermäßige Haushaltsdefizite zu vermeiden. Messgröße hierfür ist der Finanzierungssaldo nach dem Konzept der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Staaten der Eurozone, die über mehrere Jahre hinweg ein Finanzierungsdefizit von mehr als 3 % ihres Bruttoinlandsprodukts aufweisen, drohen empfindliche Sanktionsmaßnahmen.

In Deutschland tragen verschiedene Ebenen zum gesamtstaatlichen Finanzierungssaldo bei, nämlich Bund, Sozialversicherung, Länder und Gemeinden. Im Beitrag wird die Entwicklung des Finanzierungssaldos sowie der staatlichen Einnahmen und Ausgaben für diese Ebenen im Zeitraum 1991 bis 2007 beschrieben. Außerdem wird der Finanzierungssaldo dem Defizitlimit in Höhe von 3 % des Bruttoinlandsprodukts gegenübergestellt und herausgearbeitet, welche Teile des Gesamtstaats in der Vergangenheit besondere Schwierigkeiten hatten, diese Defizitbegrenzung einzuhalten.

Dr. Werner Münzenmaier / Christoph Weber

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Verschiedenes | ^

Das zweite Mittelstandsentlastungsgesetz und die amtliche Statistik

Am 13. September 2007 wurde das zweite Gesetz zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft, kurz: zweites Mittelstandsentlastungsgesetz (BGBl. 2007 Teil I, S. 2246) verkündet. Der Gesetzgeber verfolgt mit diesem Gesetz das Ziel, gerade für die mittelständische Wirtschaft neue Handlungsspielräume durch eine Reduzierung von unnötiger Bürokratie zu schaffen. Einige der im zweiten Mittelstandsentlastungsgesetz enthaltenen Regelungen, die die amtliche Statistik betreffen, werfen erhebliche Umsetzungsprobleme auf, während sich gleichzeitig die Entlastungswirkung für die Unternehmen in Grenzen hält.

Martin Häring

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Verschiedenes | ^

Fundierter Blick in die Kristallkugel

Wie werden Städte und Gemeinden »demografiefest«? Ein Patentrezept zur Lösung dieser drängenden Frage gibt es nicht, denn Kommunen sind ganz unterschiedlich stark von Alterung, Schrumpfung und Migration betroffen. Damit sie die Weichen vor Ort richtig stellen, erhalten Bürgermeister und Co. in Baden-Württemberg demnächst Zugriff auf ein neues Internet-Angebot: Auf der Fachmesse »Zukunft Kommune« in der Landesmesse Stuttgart fällt am Dienstag, 6. Mai 2008, der Startschuss für den Demografie-Spiegel, den das Statistische Landesamt Baden-Württemberg in seine Homepage integriert.

Prof. Dr. Claudia Hübner, Staatsrätin für Demografischen Wandel und für Senioren, hatte das Projekt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Zusammen mit der Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, wird sie den Online-Dienst zur Messeeröffnung freischalten und über die Chancen und Risiken des demografischen Wandels in den Kommunen sprechen.

Petra Jauch, spring Messe Management GmbH und Co.KG

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© Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart, 2014 | ^